Wie die Idee entstand

 

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Jede Klasse kann während ihnen dreieinhalb Gym-Jahren zwei längere Reisen machen, ein Klassenlager und die Abschlussreise. Das Klassenlager findet normalerweise im Herbst der 2. Klasse statt, und auch wir haben schon im ersten Semester unserer Gymkarriere damit begonnen, dafür Ideen zu sammeln. Auch bei uns war zunächst ein normales Sportlager geplant, das jedoch nicht speziell grossen Anklang fand. Unser Klassenlehrer, Herr Hansjörg Stalder, erzählte uns von der Möglichkeit eines Austausches mit einer bulgarischen Klasse. Er stellte uns den groben Rahmen eines solchen Austausches vor: Wir würden eine Woche nach Bulgarien fahren, dort einzeln bei den Familien unserer Austauschklasse wohnen und gemeinsam Ausflüge machen und das Land kennenlernen. Im Gegenzug würden wir diese Klasse in die Schweiz einladen und sie würden ebenfalls bei uns in den Familien wohnen und wir würden ihnen unser Land zeigen. Von Beginn weg war das Interesse dazu vorhanden, und wir wollten mehr darüber erfahren.

Die letzte Klasse, die einen solchen Austausch fünf Jahre zuvor durchgeführt hatte, war bereits nicht mehr an der Schule, um uns etwas davon zu erzählen. Wir erfuhren, dass unser Mathematiklehrer, Herr Christof Weber, bei diesem Austausch dabei gewesen war, und er erzählte uns von seinen Erfahrungen und Erlebnissen. Die Idee, mit unserer Klasse einen Austausch durchzuführen, stammte ebenfalls von ihm, da er das Gefühl hatte, wir seien eine dafür geeignete Klasse. Von zwei damaligen 4.-Klässlern, die im Rahmen ihrer Maturreise zwei Tage in Blagoevgrad verbracht hatten, erfuhren wir ebenfalls etwas darüber, was uns in Bulgarien erwarten würde. Doch dies erweckte in uns allen Lust und Neugierde, etwas spezielles und einmaliges durchzuführen.

Es folgten Abstimmungen in der Klasse. Eine Mehrheit sprach sich klar für das Bulgarienprojekt aus, niemand war so richtig dagegen.

Plötzlich hiess es, wir gehen, wir fahren in ein Land, welches niemandem von unserer Klasse bekannt war. In eine Kultur, die extrem anders ist als unsere und geographisch doch so nah. Und dabei werden wir diese so nah kennenlernen wie es in normalen Ferien nie möglich wäre. Trotzdem waren in der Klasse nicht alle mit gleicher Begeisterung dabei, einige waren sehr skeptisch.

Doch der Entschluss war gefasst, vor allem Lehrer und Schulleitung begeistert. Sie waren es denn auch, die zu Beginn das Projekt vorantrieben. Die Freude war gross, nach fünf Jahren endlich wieder eine Klasse gefunden zu haben, welche die Beziehungen zu der Partnerschule des Gymnasium Müchensteins erneuerten. Unsere Lehrer waren es denn auch, die zu Beginn das Projekt vorantrieben.

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Vorbereitungen

 

Zuerst mussten wir uns mit dem groben Ablauf des ganzen Austausches auseinandersetzen. Dabei ist noch zu bemerken, dass unser Klassenlerer im Herbst zuvor nach Blagoevgrad gereist war, um sich ein Bild davon zumachen, was uns erwartete. Auch konnte er so die bulgarischen Lehrerinnen kennenlernen, um die Planung besser koordinieren zu können. Er zeigte uns viele Photos, von welchen wir regelrecht begeistert waren. Wir freuten uns immer mehr darauf, dies alles selbst zu sehen. Doch wie erwähnt benötigt ein solches Projekt eine grosse Menge an Planung, die nun vor uns lag.

Unsere Eltern, die vor allem im `schweizer` Teil des Projektes stark involviert waren, mussten informiert und in die Planung miteinbezogen werden. Wir überlegten uns, vor allem gemeinsam mit Herrn Weber, was aus vorangegangenen Austauschen gelernt werden konnte und was wir ändern und verbessern konnten.

So wurde der Besuch der Bulgaren in der Schweiz vorgezogen und unser Besuch in Bulgarien kam als Abschluss. Dadurch hatten die Bulgaren nicht das Gefühl, uns extrem vieles bieten zu müssen um nicht schlecht dazustehen wenn wir ihnen unser reiches Land präsentieren. Sie sahen zuerst, dass auch die Schweiz ein ganz normales Land war und seine Probleme hat und wir nicht das westliche Paradies hatten, wie die meisten es sich vorstellten.

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Bus, Flugzeug oder Zug?

Als wesentlichen Punkt der ersten Vorbereitungen war auch die Wahl des Verkehrsmittels vergesehen. Für die Bulgaren war klar, dass sie mit dem Bus zu uns reisen würden, da dies schlicht die billigste Variante war. Für uns war ebenso klar, dass wir diese Möglichkeit nicht in Betracht zogen. Einen wesentlichen Teil der Diskussion über dieses Thema führten wir am Elternabend, den wir Zwecks Einbezug der Eltern im Februar vor dem Austausch durchführten. Die letzte Austauschklasse hatte das Flugzeug als Transportmittel gewählt. Damals war dies auch die einzige Möglichkeit gewesen, da die Öffnung des Ostens noch nicht erfolgt war. Herr Weber erzählte uns von seinen Erfahrungen, die er damit gemacht hatte. Da Bulgarien ein Land ist, das man selten in den Ferien besucht und es wie gesagt damals noch zum Ostblock gehört hatte, erlitt diese Klasse einen Kulturschock. Sie waren in Zürich, einem luxuriösen Flughafen in ein schweizer Flugzeug gestiegen und zwei Stunden später in einer total anderen Kultur gelandet. Einige Schüler benötigten zwei Tage um sich zu aklimatisieren und alles zu verarbeiten.

Aus diesem Grund sprach sich Herr Weber von Beginn weg für den Zug aus. Als uns bewusst wurde, was dies für uns bedeutete, nämlich 48 Stunden Zugfahrt, waren wir zunächst ziemlich geschockt. Nach und nach freundeten sich die meisten unserer Klasse mit der Variante Zug an. Dadurch würden wir fünf Länder durchqueren, die uns zum Teil völlig fremd waren und von ihnen sehr viel sehen. Ausserdem könnten wir uns langsam an die völlig andere Kultur gewöhnen. Wir wären zwei Tage lang auf engstem Raum mit in der Klasse zusammen, was einen positiven und einen negativen Aspekt hatte. Einige befürchteten, dass die Tatsache, sich nicht zurückziehen zu können, zu Streit führen könnte. Doch es war sicher auch eine Chance, sich gegenseitig von einer ganz anderen Seite besser kennenzulernen. Natürlich hatte es in der Klasse immer solche, die das Flugzeug vorgezogen hätten. Sie sagten, es sei einfacher, schneller, etwa gleich teuer (was stimmt) und der Kulturschock sei kein Problem. Doch die Mehrheit der Klasse und auch die Eltern begannen sich derart mit dem Zug anzufreunden, dass die Abstimmung klar für ihn ausfiel. Die Tatsache, dass wir die Tage, die wir im Zug verbringen würden, zusätzlich als Freitage erhalten würden, trug das Seinige zum Abstimmungsresultat bei. So hatten wir, zusammen mit der Woche, in der die Bulgaren in der Schweiz weilten, insgesamt beinahe drei Wochen weniger Schule, zwei Wochen mehr als andere Klassen, die ein gewöhnliches Lager durchführten.  

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Die Reiseroute

Nun, da wir uns für den Zug entschieden hatten, mussten wir uns um die Wahl der Reiseroute kümmern. Es gab zwei Möglichkeiten: Die eine Route führt durch Ex-Jugoslavien, sie ist mit 35 Stunden Fahrzeit etwa 10 Stunden schneller als die zweite Variante. Diese führt über Rumänien, die Reisedauer dieser Route beträgt etwa 43 Stunden. Aufgrund der politischen Unruhen, welche zu dieser Zeit im Gebiet von Ex-Jugoslavien herrschten, wollten die meisten von uns nicht über Belgrad fahren. Auch einige der Eltern wehrten sich vehement dagegen.

So entschlossen wir uns für die längere Variante über Rumänien. Sie würde uns über Deutschland, Österreich, Ungarn und Rumänien nach Bulgarien. Von uns Schülern kam der Wunsch, in einer der grossen Städte, die wir durchqueren werden, einen längeren Aufenthalt zu machen. Zur Diskussion standen München und Budapest, und da unser Mathematiklehrer Budapest als zu gefährlich einstufte, fiel die Wahl auf München. Ob unsere Lehrer diese Wahl auch getroffen hätten, wenn sie gewusst hätten, dass am 19. September in der Hauptstadt Bayerns das Oktoberfest in vollem Gange war, bleibt fraglich.

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Geschenke

Ein weiteres Thema am Elternabend waren die Geschenke, welche wir unseren Gastgebern nach Bulgarien mitbringen wollten. Aus vergangenen Austauschen war uns die enorme Gastfreundschaft bekannt und wir wussten, dass sie uns mit Geschenken überhäufen würden. Damit die Unterschiede in unserer Klasse nicht zu gross werden, erachteten wir es als nötig, uns abzusprechen. Wir kamen zu dem Schluss, den Familien in angemessenem Rahmen typische Schweizer und Basler Produkte mitzubringen und unseren Gastgeschwistern etwas persönliches. Wir hatten den Vorteil, die Bulgaren schon zu kennen, wenn wir nach Bulgarien fahren werden. Dadurch war es für uns einfacher, etwas mitzubringen von dem wir das Gefühl hatten, es würde unsern Gastgebern gefallen. Die Hauptsache war eigentlich, dass es für uns stimmte und nicht protzig wirkte. Diese `Taktik` stellte sich als sehr gut und angemessen heraus.

 

Tipp: Nehmt nicht zuviel mit, nichts zu teures, besser Dinge, die für euch persönlich etwas bedeuten. Natürlich, schweizer Armeemesser, basler Läckerli und weitere typische schweizer Produkte (Schoggi, obwohl man in Bulgarien an jeder Ecke Milka und Toblerone kaufen kann) sind sehr beliebt. Achtet darauf, dass ihr, falls ihr mit dem Zug reist, Wärme- und Druckresistente Geschenke einkauft.

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Unser Programm

Nun lief die Vorbereitung auf zwei verschiedenen Schienen: Die eine war das Programm in der Schweiz, und das Aufteilen von Gästen und Gastgebern, die andere die Organisation der Reise nach Bulgarien. Dies wurde zu einem grossen Teil von unseren Lehrern übernommen. Der erste Teil wurde jedoch fast gänzlich von uns Schülern übernommen.

Zuerst mussten wir uns darüber informieren, wann genau die Bulgaren zu uns kommen werden. Dies war nicht so einfach, da wie schon erwähnt die Kommunikationsmittel nach Bulgarien nicht immer einwandfrei funktionierten. Schliesslich wussten wir, dass unsere Gäste uns vom 20. – 28. Mai 2000 besuchen werden.

Zuerst überlegten wir uns grob, was wir den Bulgaren von der Schweiz zeigen wollten. Es gab einige Punkte, die für alle von uns von Beginn weg feststanden. Mindestens einmal wollten wir ihnen eine andere Stadt zeigen, und wir einigten uns auf Bern. Auch die Idee, gemeinsam zwei Tage in einem Lagerhaus zu verbringen bildete sich relativ bald. Das Angebot des Tenniscenter in Aesch, uns während eines Nachmittags gratis alle Einrichtungen zur Verfügung zu stellen, nahmen wir natürlich dankend an. Regierungsrat und Direktor des Erziehungsdepartements des Kantons Baselland Peter Schmied lud uns zu einem Abendessen im Schloss Ebenrain ein, was einen der offiziellen Programmpunkte bildete. Zufällig fand an jenem Wochenende, an dem die Bulgaren in der Schweiz weilten, in Basel das Jugendkulturfestival statt. Dies, Basel und unsere Schule rundeten unser Programm ab.

Von Beginn weg war es für uns selbstverständlich, dass wir Schüler diese Woche organisieren werden und unsere Lehrer nur im Hintergrund tätig sein werden. So teilten wir die einzelnen Punkte unter uns auf und jeder war für einen Teil des Programmes zuständig. Auch das finanzielle wurde von einer Schülerin übernommen, welche die Vollmacht über die 10`000 Franken hatte, die uns vom Kanton zur Verfügung gestellt worden waren.

Es war eine gute Erfahrung für uns alle, für eine solch grosse Gruppe ein Programm auf die Beine zu stellen. Die Bulgaren bewunderten und später auch dafür, sie hatten nicht erwartet, dass wir Schüler das übernommen hatten, da ausnahmslos alles reibungslos funktioniert hat.

 

Tipp: Macht das Programm selber! Überlegt euch, was ihr am liebsten sehen möchtet, wenn ihr eine Woche in der Schweiz wärt. Dabei ist natürlich auch der finanzielle Aspekt sehr wichtig, 10000.- Franken sind nicht viel. Es muss kein riesiges Programm sein, besser wenig aber für dies genügend Zeit einberechnen. Ihr müsst euch darauf vorbereiten, dass die Bulgaren jeden Abend in den Ausgang gehen wollen, sie sind sich das gewöhnt. Deshalb müsst ihr auch genug Zeit für Schlafen und Ausruhen einplanen. Und denkt daran, immer flexibel zu bleiben!

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Weitere Vorbereitungen

Ein weiteres grosses Problem war die Aufteilung der Gäste auf die Gastgeber. Zunächst musste jeder Schüler Zuhause mit seiner Familie abklären, wieviele Bulgaren er aufnehmen konnte. Da die bulgarische Klasse grösser war als unsere mussten einige Schweizer mehrere Bulgaren bei sich aufnehmen. Um uns ein erstes Mal etwas kennen zu lernen füllten alle beteiligten Schüler einen Steckbrief aus. Diese tauschten wir danach aus. Doch schon bald sahen wir ein, dass es nicht möglich war, unsere Gäste aufgrund dieser Steckbriefe zuzuteilen. Einerseits konnten wir es nicht verantworten, unsere Gäste auszuwählen und uns möglicherweise um Menschen zu streiten. Andererseits hatten die Bulgaren möglicherweise auch Wünsche, und fünfzig Wünsche zu berücksichtigen wäre schon unmöglich gewesen wenn die Kommunikation funktioniert hätte. Schliesslich einigten wir uns darauf, dass Herr Weber `Glücksfee` spielen sollte und Gäste und Gastgeber per Zufall zuweisen. Die dabei entstandene Liste faxten wir nach Bulgarien, wo sie noch geringfügig geändert wurde. Einerseits konnten zwei bulgarische Schüler nicht in die Schweiz kommen, andererseits wurden zum Teil zwei Gäste dem selben Gastgeber zugelost, die absolut nicht miteinander auskamen. So erhielten wir die definitive Liste der Gäste und Gastgeber in der Schweiz wenig später. Da wir auch e-mail-Adressen ausgetauscht hatten, wurden in der Folge bereits erste Kontakte geknüpft, sodass die Menschen, denen wir am 20. Mai gegenüberstanden nicht alles komplett fremde waren.

 

Tipp: Macht die Zuteilung von Gästen und Gastgebern ebenfalls nach dem Zufallsprinzip. Es ist nicht möglich, Menschen auszuwählen. Ausserdem klappt das Verhältnis zwischen Gästen und Gastgebern mit etwas Toleranz in den meisten Fällen reibungslos. Natürlich kann man Pech haben, aber es ist nur für eine Woche und man ist nicht nur mit `seinem` Gast zusammen. Für die zweite Woche ist es problemlos möglich, Änderungen vorzunehmen, man muss sich nur frühzeitig darum kümmern.

 

Die Vorbereitungen für unsere Reise nach Bulgarien übernahmen wie gesagt zum grössten Teil unsere Lehrer. Wir mussten alle nur unsere persönlichen Dinge erledigen wie sicher zu stellen, einen gültigen Reisepass zu haben. Wären wir mit dem Flugzeug gereist, wäre nicht einmal dies nötig gewesen, wir benötigten den Pass nur für die Durchreise durch Rumänien. Für dieses Land benötigten wir ebenfalls ein Visum, für welches die Rumänen zunächst SFr. 50.- pro Person verlangen wollten. Herr Weber drückte diesen Preis auf SFr. 10.-.

 

Tipp: Klärt früh genug ab, welche Papiere ihr für eure Reise benötigt! Informiert euch vor allem auch auf den Konsulaten der Schüler mit nicht schweizerischen Pässen. Denkt daran, dass dies sehr viel Zeit benötigt und die Vorbereitungen relativ lange vor der Reise beendet sein müssen.

 

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Sprachkurs

 

Wir waren uns lange nicht bewusst, dass die bulgarische Sprache in kyrillisch geschrieben wird. Als wir dies erfahren hatten,  waren wir uns klar darüber, dass es hilfreich sein würde,  zumindest Schilder und ähnliches entziffern zu können. Daher suchte und fand Herr Weber für uns eine Bulgarischlehrerin, die uns einige Grundkenntnisse der bulgarischen Sprache vermitteln wollte. Emilia Bangova ist selbst Bulgarin. Sie hatte diesen Sprachkurs schon einmal durchgeführt und war selbst als Austauschschülerin einmal in der Schweiz gewesen. So lernte sie die Schweiz kennen und begann hier ihr Studium in Slavistik und Hispanistik.

Mit grosser Neugierde besuchte die ganze Klasse, sogar auch einige Eltern, die erste Sprachstunde. Wir lernten das kyrillische Alphabet kennen, welches sich wesentlich vom römischen unterscheidet.

Die ersten paar Stunden waren sehr gut besucht. Wir haben uns vor allem mit dem kyrillischen Alphabet befasst und Wörter gelesen. Auch mit der bulgarischen Kultur kamen wir in Kontakt. Wir haben gesungen und Filme gesehen. Dadurch, dass Emilia immer bulgarisch redete, gewöhnten wir uns an dem Klang dieser Sprache und an die Aussprache der Wörter. Sie hat uns auch darauf aufmerksam gemacht, dass die Bulgaren, wenn sie `ja` sagen den Kopf schütteln und wenn sie `nein` sagen nicken. Dies hat dann während den beiden Austauschwochen zu manchmal recht amüsanten Missverständnissen geführt.

Mit der Zeit wurde es jedoch vielen zu viel, da die Stunden über den Mittag waren und wir sozusagen keine Mittagspause hatten. Ausserdem stellten wir fest, dass die bulgarische Sprache sehr schwer zu lernen ist und wir kaum merkliche Fortschritte machten. Deshalb nahm die Teilnehmerzahl rapide ab. Einige wenige wollten den Kurs zu Ende führen, um möglichst viel davon zu profitieren. Am Ende dieses Kurses konnten wir uns trotzdem nicht auf Bulgarisch verständigen, da die Sprache zu komplex ist um sie innerhalb eines halben Jahres zu lernen. Vielmehr konnten wir die kyrillischen Buchstaben lesen und einige Wörter verstehen. Wir haben aber auf jeden Fall von diesem Kurs profitiert. Wir können lesen und zumindest jene Wörter, die einer uns bekannten Sprache ähnlich sind, verstehen, was ich als sehr hilfreich erwies.

In Bulgarien standen wir dann oft vor Schildern um ,wie Erstklässler die einzelnen Buchstaben zu entziffern und aneinander zu reihen, was unsere bulgarischen Freunde sehr amüsierte. So kam es auch oft zu der Situation, dass wir uns gegenseitig versuchten unsere Sprachen beizubringen. Deutsch ist nämlich für Bulgaren ähnlich schwierig zu lernen wie Bulgarisch für uns.

 

Tipp: Es ist auf jeden Fall von Vorteil einen solchen Kurs durchzuführen. Doch bringt es mehr wenn er relativ kurz  vor dem Besuche in Bulgarien durchgeführt wird und nicht über eine so lange Zeitspanne wie wir es gemacht haben (ein halbes Jahr). Dabei sollte man sich auf einige wenige wichtige Wörter und Begriffe und das kyrillische Alphabet beschränken. Letzteres vor allem sollte man jedoch gut beherrschen.

 

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