Der Besuch der Klasse 3A aus Blagoevgrad in der Schweiz |
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Aus dem Tagebuch von Christine und Karin |
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Der Tag auf den wir nun lange gewartet
haben ist endlich da. Vor lauter Nervosität ist es für die Lehrer praktisch
unmöglich normalen Unterricht zu machen. Mitten in die Chemiestunde
hereingeplatzt kommt Herr Stalder, um zu sagen, dass unsere Gäste in 10
Minuten da sind. Wir rennen praktisch zum Parkplatz, und wir zappeln vor
lauter Nervosität nur noch herum. Endlich kommt der Bus und ein Gerufe mit vielen Namen und
falschen Aussprachen geht los. Nach kurzer Zeit hat jeder Gast seinen
Gastgeber gefunden und Tandiwe kann uns für kurze Zeit zur Ruhe bringen. Sie
verteilt die Begrüssungsgeschenke und dann werden aus allen Taschen Natels
gezückt: "Mami chasch mi cho hole, si sin jetzt do!!" Innerhalb von
ca. 15 Minuten leert sich der Platz und es geht Richtung nach Hause. |
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Das Wochenende haben wir kein
Programm geplant und darum hat jeder sein eigenes Programm zusammengestellt.
Zuerst jedoch wird geduscht und ein paar Stunden geschlafen. Unsere Gäste
sind von der zweitägigen Busfahrt
total erschöpft. Sie wollen am Samstagabend aber trotzdem in den Ausgang was
für uns alle eine Erleichterung ist, da im Moment gerade das JKF
(Jugendkulturfestival) in Basel stattfindet. Wir beschliessen uns irgendwo
dort zu treffen und wir geniessen im grossen und ganzen einen gemütlichen
Abend. Leider haben viele unserer Gäste einen anderen Musikgeschmack als wir
und die vielen Regiobands sagen ihnen
nicht so sehr zu wie uns. Unsere Gäste sind aber froh dass sie die meisten ihrer Freunde irgendwo sehen.
Es ist nämlich nicht einfach ein ganzes Wochenende ohne seine Freunde in einem fremden Land bei fremden Leuten
zu verbringen. Für uns als Gastgeber ist es nicht einfach dass jeder seine
Freunde sehen kann. Das Problem liegt nämlich darin, dass die Bulgaren meist
einzeln aufgenommen wurden und sie sich ein wenig einsam vorkommen. Ein
weiteres Problem ist auch dass wir Gastgeber uns bemühen am Samstag ein gutes
Programm zusammen zustellen. Wir haben also zu zweit oder zu dritt abgemacht
um ihnen Basel zu zeigen. Leider ist es vorgekommen, dass sich unsere Gäste
nicht verstanden haben, wenn wir in diesen kleine Gruppen unterwegs waren.
Basel ist ja nicht so riesig und gegen Ende des Abends haben wir so ziemlich
alle der Klasse mindestens einmal getroffen. |
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Unsere Gäste merken bald, dass
sie eigentlich viel zu müde sind um zu festen. Aus diesem Grund wird die
Nacht nicht allzu lange und die meisten wollen das letzte Tram erwischen.
Zuerst wollen wir uns aber noch bei einem Mitternachtssnack stärken und
anschliessen zu gehen. Bevor wir aber endgültig gehen müssen wir uns noch für
den Sonntag verabreden. Das nächste Problem ist aber schon aufgetaucht. Die
meisten wollen nicht unbedingt ans JKf und so müssen wir uns um ein
Alternativprogramm kümmern. Es kommen viele Vorschläge wie Museum, Theater,
in die Berge fahren oder ganz einfach in den Zoo gehen. Wieder bilden sich
Gruppen und das Programm ist unterschiedlich. Wir lassen unsere Gäste
entscheiden und diese möchten am liebsten in den berühmten Basler Zoo. Somit
wäre auch dies abgemacht und wir können aufs Tram Richtung Bett. Die Umgebung ist zwar neu, aber alle sind
zu müde von diesem spannenden Tag oder der langen Reise, dass das Schlafen
nicht schwer fällt. |
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Das Erste was am Sonntagmorgen
auf dem Programm stand, war ausschlafen und ganz gemütlich frühstücken. Es
musste viel Schlaf aufgeholt werden und so wurde es recht spät bis die
meisten aufgestanden sind. Bis gegen Mittag sind wir aber soweit, dass wir
uns in Basel treffen können. Wie am Samstagabend beschlossen machten wir uns
auf den Weg zum Zolli. Mittlerweile sind alle Bulgaren aufgewacht und einige
würden ein ausgiebiges Shopping vorziehen. Sie konnten nicht verstehen wie am
Sonntag alle Läden geschlossen sein können. Trotzdem freuten sich die meisten
auf den Zoo und wir hoften es gefällt ihnen. Irgendwie war es erstaunlich,
aber die Begeisterung war tatsächlich riesig. Wir wollten natürlich wissen
was ihnen denn so gefiel an unserem Zoo. Wir sind schliesslich nichts anderes
gewöhnt. Wir wurden darüber aufgeklärt, dass die Zoos in Bulgarien aus ein
paar Gitterstäben mit einem Löwen und einem Bären bestehen. Im Grossen und
Ganzen also eine recht triste Angelegenheit. Die ganze Anlage mit dem Park
und den vielen Tieren war für sie faszinierend und wir waren ziemlich froh
darüber, dass wir uns für den Zoo entschlossen haben. |
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Das Problem dass jeder seine
Freunde sehen möchte bestand aber immer noch, was wir auch verstehen konnten.
Wir verabredeten uns für den Abend und trennten uns um zu Hause ein wenig
auszuruhen, um zu duschen und um etwas zu essen. Damit es am Abend sicher
klappte, liefen die Telefone heiss damit jeder und jede seine besten Freunde
sehen konnte. Es sah ganz danach aus als ob sich so ziemlich die ganze Klasse
treffen wollte. So gegen neun Uhr abends trafen wir uns in der Stadt um ins
"Unternehmen Mitte" zu gehen, das Beni organisieren konnte. Wir
sind froh, dass wir einen guten Platz gefunden haben für so viele Leute, was
gar nicht einfach ist. Tatsächlich war der grösste Teil unserer Klasse
anwesend und wir setzten uns an einen riesigen runden Tisch. Das Lokal war
leer, da es normalerweise am Sonntag geschlossen ist. Das sorgte für eine
private Atmosphäre und schon bald gingen Diskussionen und Gespräche los. Wir
werden mit Getränken aus dem Café versorgt und es wurde richtig gemütlich.
Leider wurden die Gespräche am Anfang oft klassengetrennt geführt, da es so
viele neue Erfahrungen auszutauschen gab und die wollte man am liebsten mit
seinen Freunden besprechen. Trotzdem war der Abend ein voller Erfolg und wir
gewöhnten uns so langsam an das ständige Englisch und die fremden Menschen. |
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Wie am Samstag wurde es auch
an diesem Abend nicht allzu spät, da die meisten auf das letzte Tram müssen.
Wir als Gastgeber hatten aber irgendwie ein ungutes Gefühl was dieses recht
spezielle Wochenende anging. Wir hatten gemerkt, dass es für die meisten
Gäste zuviel war ein ganzes Wochenende mehr oder weniger von der Klasse
getrennt zu sein. Es machte es ihnen schwieriger sich an die Schweiz zu
gewöhnen. Es freuten sich aber alle auf den nächsten Tag an dem wir unser
offizielles Programm beginnen wollten und die Schulleitung unsere Gäste empfangen wollte. |
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Wir wollten unseren bulgarischen
Gästen an diesem Morgen unsere Schule und den normalen Unterricht zeigen. Wir
trafen uns um neun Uhr und führten sie anschliessend durch das ganze
Schulgebäude und durch den Park. Am meisten begeisterte sie unser Bäcker mit
seinem Znüni und unsere Snack- und Kaffee-Automaten. Um zehn Uhr wurden
unsere Gäste offiziell durch das Rektorat begrüsst. Rektor Senns nette
Ansprache für die Bulgaren wurde leider nur von den Schweizern und der
Deutschlehrerin verstanden, da er sie in Deutsch hielt und keiner der
bulgarischen Schüler Deutsch versteht. Anschliessend tauschten die Bulgaren
mit dem Rektorat offizielle Freundschaftsgeschenke aus. |
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Der eigentliche Teil des
Schulbesuchs, die Teilnahme an einer normalen Schulstunde an unserem
Schweizer Gymnasium fand anschliessend statt, wozu die Klassen aufgeteilt
wurden. Wie gesagt, eigentlich war
die Meinung, den Bulgaren eine normale Schulstunde zu zeigen, was leider von
den Lehrern falsch verstanden wurde. Sie hatten fast alle ein Spezialprogramm
vorbereitet. Auf jeden Fall waren es zwei amüsante Stunden, denn zum
beteiligten sich unsere Gäste am Unterricht. Um zwölf Uhr wurden wir alle zu
Hause zum Mittagessen erwartet. |
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Nach einer für die meisten recht
kurzen Mittagspause trafen wir uns wieder, um gemeinsam auf den Passwang zu
fahren, wo wir im Naturfreundehaus zusammen übernachteten. Wir trafen uns auf
dem Zug Richtung Laufen, da nicht alle an der selben Station zustiegen. In
Laufen wechselten wir dann auf den Bus, der uns auf den Passwang brachte.
Dort hatten wir noch etwa eineinhalb Stunden Fussmarsch zu unserem Haus vor
uns, was zu einem grossen Teil bergauf ging. Vor allem die Bulgarinnen
empfanden dies als grosse Anstrengung, sie sind sich solche Dinge überhaupt
nicht gewohnt. Auch als es zum Schluss querfeldein und danach ziemlich steil
den Wald hinunter ging, wo es auch recht rutschig war, sah man, dass solches absolut nicht üblich war.
Wenigstens hatten wir die meisten überzeugen können, ihre Plateau- und
Absatzschuhe zu Hause zu lassen, und so ging es einigermassen. Um 17 Uhr
traffen wir im Naturfreundehaus ein. Wir hatten geplant, verschiedene Spiele
zu spielen um uns näher kennenzulernen. Unsere Gäste waren leider etwas zu
wenig spontan und daher war der Spass etwas einseitig. Nach heftigen
Diskussionen, wer mit wem im Zimmer schlafen wird, bezogen wir unsere Zimmer
und die Küchenmannschaft machte sich an die Arbeit. Die Stimmung war sehr
gemütlich und wir alle gewöhnten uns langsam aneinander. Auch das
Englischreden fiel uns immer leichter. Während die einen kochten, bereiteten
die anderen die Disco vor, zu welcher wir erst am Montagmittag die Idee
gehabt hatten und die von einigen Schweizern in einer sensationellen
Kurzaktion auf die Beine gestellt wurde. So entsteht auf dem Passwang durch
gute Beziehungen eine fast professionelle Disco. Der Rest der Schweizer und
die Bulgaren unterhielt sich. |
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Dies war auch ein grosser
Unterschied zwischen den Bulgaren und den Schweizern. Während wir wirklich
alle selbstverständlich mit anpackten, kam es praktisch keinem der Bulgaren
in den Sinn, uns Hilfe anzubieten. |
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Gegen 20 Uhr rettete uns die
Kochequipe vor dem Verhungern. An dieser Stelle ist es nötig, unseren beiden
Köchen Legio und Sam nochmals ein dickes Lob auszusprechen, die Spaghetti
waren super! Gegessen ist dementsprechend schnell, doch die Suche nach einer
Abwaschgruppe gestaltete sich nicht sehr einfach. Einige Schweizer und
Bulgarinnen melden sich jedoch, und die bulgarischen Männer wollen sich mit
der Bemerkung, Küchenarbeit sei Frauenarbeit aus der Affäre ziehen. Doch dies
lassen wir nicht durchgehen und verknurren den Herrn zum Abwaschen. Am
Schluss bestand die Gruppe aus einem Bulgaren, einem Schweizer zwei
Bulgarinnen und sechs Schweizerinnen. Als die Küche wieder glänzte ist unser
bulgarischer Freund stolz auf sich, dass er abgewaschen hat und forderte ein
Erinnerungsfoto. Kein Problem... |
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Nach der Arbeit das Vergnügen.
Die Disco ist ein voller Erfolg. Wir sind uns zwar bei der Musikwahl nicht
immer ganz einig, doch unsere DJs meisterten dieses Problem. Es wird
unbemerkt immer später und wir mussten unseren Lärmpegel etwas senken, damit
der Hausbesitzer schlafen kann. Später wird uns noch eine Schoggicrème
serviert und bei den Ersten machte sich schon die Müdigkeit bemerkbar, welche
dann auch bald in die Federn schlüpften. Es bildeten sich grössere und
kleinere Gruppen und überall entstehen Gespräche und Diskussionen. Der
gemütlichste Ort war aber das Lagerfeuer wo auch geholzt wurde. Die am Anfang
recht grosse Gruppe schrumpfte immer mehr zusammen aber es war einfach zu
gemütlich um schon schlafen zu gehen. |
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Bis Heute wissen wir nicht wie
viele Büchsen isländisch Moos wir an diesem Abend und überhaupt in der ganzen
Woche gegessen haben Es scheint, dass unsere "Möuisiis" das
Hauptnahrungsmittel dieser Woche war und auch unsere Gäste hatten ihre helle
Freude daran. Irgendwann ist auch der harte Kern am Lagerfeuer müde geworden
und die letzten verschwinden in Richtung Haus. Dort bemerken wir, dass es
nicht alle bis ins Bett geschafft haben und einige sind dort eingeschlafen wo
sie gerade waren, zum Beispiel auf dem Stuhl. Wir schleichen leise daran
vorbei um sie nicht zu wecken und schlüpfen in die Federn. |
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Es ist nicht schwer zu
erraten, dass ein Haus mit 50 Leuten nicht allzu lange ruhig ist. So war es
auch bei uns. Einige, welche am vorigen Abend nicht so lange gefestet haben
waren schon relativ früh auf und gaben sich alle Mühe uns Langschläfer zu
wecken. Es gelang ihnen auch so einigermassen und schon bald war so ziemlich
das ganze Haus wach. Das Frühstück stand schon bald auf dem Tisch und es
gelang tatsächlich allen bis zum Frühstück aufzustehen, zwar nicht sehr
pünktlich aber immerhin. Der Rest von diesem Morgen ist dann relativ schnell
erzählt. Das Putzen und Aufräumen klappte tadellos und unsere Klasse hat
wieder einmal bewiesen, dass es möglich ist in Rekordzeit etwas auf die Beine
zu stellen. Wir waren alle begeistert von diesen zwei Tagen und auch unseren
Gästen hat es gefallen. Sie mussten sich etwas an unsere Spontanität gewöhnen
aber es lief super. So gegen 11 Uhr kam Frau Arnold mit dem Auto um die
Discoausrüstung und den Rest wieder nach Hause zu schaffen. Unterdessen
machen wir uns auf den Rückweg. Es wird wieder gewandert, aber mittlerweile
sind sich unsere Gäste ja schon an einiges gewöhnt. Es klappt tadellos,
ausser dass eine Lehrerin ihre Tasche verliert die dank einer gewagten
Kletteraktion unseres Lehrers und einigen hilfsbereiten Schulkollegen
gerettet werden konnte. Wir sind alle heil zu Hause angekommen und die
meisten holten eine Runde Schlaf nach der dringend nötig war. Wir wollten ja
heute Abend einen guten Eindruck machen bei Herr Schmid im Ebenrain. Dort
waren wir nämlich zum Nachtessen eingeladen. Unser Regierungsrat wollte
unsere Gäste nämlich auch noch offiziell empfangen. Wir trafen uns wie
verabredet in Basel am Bahnhof und ab geht es Richtung Sissach zum Schloss.
Wir haben nicht schlecht gestaunt, als wir unsere Klasse gesehen haben. Alle
waren total herausgeputzt und gestylt. Es war ein Anblick für Götter, 50
Schüler am Bahnhof und alle edel angezogen. Die Leute die an uns vorbeigingen
haben nicht schlecht gestaunt und wir waren sozusagen die Dorfattraktion in
Sissach. Wahrscheinlich hatten sich alle gefragt wo man uns ausgegraben hat.
Wir genossen den kurzen Spaziergang bei schönem Wetter und schon bald
erreichten wir den kleinen Schlosspark. Dort ging die Fotografiererei erst
recht los. Alle wollten auf ein Foto und wir haben natürlich auch
Klassenfotos gemacht. |
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Im Innern des Schlosses
servierte man uns einen Apéro und wir durften uns das ganze Schloss
anschauen. Schon bald wurden wir an den Tisch gebeten und ein feines Essen
wurde uns serviert. Wir genossen das Essen bei einer total speziellen
Stimmung. Nach dem Essen wurden verschiedene Ansprachen gehalten. Das Problem
war, dass unsere Konrektoren immer noch
Deutsch sprachen und unsere Bulgaren immer noch nichts verstanden.
Herr Schmid hat diese Problem sofort erkannt und er begrüsst unsere Freunde
in Englisch. Das es nicht perfekt war störte niemanden man hat gespürt wie es
gemeint war und das war die Hauptsache. |
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Herr Schmid war sowieso sehr
sympathisch und wir konnten ihn auch darüber ausfragen wie es überhaupt zu
der Idee zu einem Austausch gekommen war. Es war sehr spannend sich mit ihm
zu unterhalten und als jemand hereingeplatzt kam und mitteilte dass eine
Jacke vermisst wurde ist er sofort aufgesprungen. Alles in Allem war es ein
wirklich gelungener Abend. |
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Wir mussten schon bald
aufbrechen um unseren Zug zu erwischen. Wir waren uns nicht ganz klar
darüber, was wir noch anstellen sollten an diesem Abend. Wir alle hatten aber
ziemlich viel Schlaf nachzuholen und so beschlossen wir den Abend nicht allzu
lange werden zu lassen. Für die meisten ging es schon bald Richtung Bett, wir
verschoben aber die abgemachte Zeit für das Treffen am nächsten Tag um eine
Stunde um etwas ausschlafen zu können. |
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Um 9 Uhr 30 war unser
Treffpunkt angesetzt, den die meisten auch ziemlich genau einhielten. Wir
haben uns bewusst am Tinguelybrunnen getroffen um unseren Gästen dabei ein
Stück Basler Kultur zu zeigen. Nach kurzer Begrüssung schlenderten wir
gemütlich in Richtung Altstadt. Wir wollten unseren Gästen den schönsten Teil
unserer Stadt zeigen und darum gingen wir zuerst hinauf zum Kohlenberg und
dann ins Spalentorquartier, wo Herr Stalder mit seiner geschichtlichen
Führung begann. Während diesem Spaziergang wurde auch ein erster Austausch
zwischen Schweizer Lehrern und uns Schülern bezüglich der Gäste möglich.
Ausserdem stellten wir fest, dass eine Stadtführung nicht so einfach war wie
wir uns dies gedacht haben, wenn die Geschäfte offen sind. Es war nicht einfach
sie an Läden vorbeizuführen die auch für uns sehr teuer sind. Der Reiz war zu
gross um hinein zugehen und prompt haben wir auch zwei verloren. Der
Marktplatz mit seinem Rathaus war eine grosse Attraktion und Fotoapparate
wurden massenhaft gezückt. Wir mussten auch etliche Inschriften entziffern.
Unsere Besichtigungstour ging weiter und wir haben ziemlich Aufsehen erregt.
Eine so grosse Gruppe junger Leute die verschiedene Sprachen redeten, war
nicht alltäglich. Wir haben uns köstlich amüsiert und spazierten weiter in
Richtung Münster. Dort war es uns auch möglich unsere zwei Verlorengegangenen
wieder zu finden. Wieder komplett gingen wir ins Münster hinein und vor allem
hinauf. Es trauten sich jedoch nicht alle bis nach ganz oben. Die Aussicht
war phantastisch bei diesem schönen Wetter und auch unseren Freunden hat es
sehr gefallen, obwohl sie das Treppensteigen eher mühsam fanden. Es wurden
massenhaft Fotos geschossen und eine Menge Höhenangst versteckt |
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Wieder unten ging es weiter in
Richtung Fähre. wir wollten mit der Fähre den Rhein überqueren und am anderen
Ufer zu Mittag essen. Es waren mehrere Fahrten nötig aber die kleinen Boote
fanden grossen Anklang. Auf der anderen Seite angelangt machten wir uns auf
in Richtung Migros. Dort wurde Lunch gekauft und zwei riesige Wähen. Wieder
beim Rhein angelangt wurde ausgiebig gepicknickt und geschwatzt. Wir änderten
unseren Plan noch ans Dreiländereck zu gehen, da wir spürten dass es unsere
Freunde reizte eine ausgiebig Shoppingtour zu machen. Wir teilten uns in
kleinere Interessengruppen auf. Die einen gingen Elektronikware anschauen,
andere kauften Kleider ein und dritte kauften Unmengen von Parfums. Was aber
alle suchten war ein "present for the family". Kein Problem, es
haben fast alle etwas gefunden. |
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Am Abend haben wir uns alle in
der Grün 80 getroffen. Beni wurde 20 und das musste natürlich ausgiebig
gefeiert werden. Erstaunlicherweise war es bei den Bulgaren nicht üblich sich
ins Gras zu setzen. Zum Glück haben einige Decken und ähnliches mitgebracht und
sofort wurden diese Sitzflächen von unseren Gästen besetzt. Wir haben wieder
einmal mehr über die Missverständnisse die es geben kann gelacht. Der Abend
am Lagerfeuer war sehr gemütlich und es wurde wie üblich sehr spät. Am
nächsten Morgen konnten wir ja ausschlafen da wir frei hatten. So langsam
wurden alle müde und mitten in der Nacht riefen wir einige Taxis um uns nach
Hause zu bringen. Zum Glück war es eine warme Nacht und das Warten wurde
nicht allzusehr ungemütlich. Wir waren aber alle froh, als wir zu Hause
endlich ins Bett kiechen konnten. Die Müdigkeit machte sich langsam
bemerkbar, wir haben diese Woche nämlich nicht allzuviel geschlafen. |
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Wie erwähnt haben wir uns diesen
Morgen frei gehalten. Das Ausschlafen fiel nicht allzu schwer und die meisten
sind ziemlich lange im Bett geblieben. Es stand vor allem ein gemütliches
Morgen- und Mittagessen auf dem Programm. |
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Um 13 Uhr trafen wir uns alle
am Bahnhof in Aesch. Wir haben uns dazu entschlossen einen Sportnachmittag
durchzuführen. Das Tenniscenter in Aesch wurde uns für diesen Nachmittag
gratis zur Verfügung gestellt. Schon bald stellte sich heraus, dass es in
Bulgarien nicht üblich ist Sport zu treiben, vor allem für Frauen. Die Männer
haben sich aber sofort ins Vergnügen gestürzt und Gebrauch gemacht vom
Angebot der Tennis-, Squash- und Badmintoncourts. Wir waren jedoch für einen
kurzen Moment ziemlich ratlos was wir nun mit unseren Gästen anstellen
sollten. Es kam dann schliesslich ziemlich klar zu Vorschein, dass die
meisten am liebsten nach Basel gehen würden. Wir rätselten ziemlich lange
herum wie wir das jetzt anstellen sollten. Von den versprochenen Lehrkräften
war nämlich auch niemand in Sicht. Wir standen vor einem grösseren Problem,
das wir aber schnell gelöst haben, als sich Annina spontan dazu bereit
erklärte mit allen Frauen wieder nach Basel zu fahren. Wir waren glücklich
darüber, und wir konnten uns dem nächsten Problem stellen. Unsere Gäste haben
uns erzählt, dass sie schon am Samstagmorgen heimfahren müssen. Das heisst
für uns, dass der Abschlussabend einen Tag früher stattfinden musste.Wir
hatten aber noch keinen geeigneten Platz gefunden. Es war somit wieder einmal
Zeit für eine Spontanaktion. Einige Setzten sich mit diesem Problem
auseinander und bestellten dazu Herr Stalder nach Aesch um das mit ihm zu
besprechen. Die anderen spielten derweilen Tennis oder gingen nach Hause. wir
beschlossen unsere beiden Mamis einkaufen zu lassen und organisierten dann
mit David einen Jugendraum im reformierten Pfarreiheim mit grosser Küche. Das
war absoult geeignet und auch unsere Mütter haben perfekt eingekauft für eine
Grillparty mit allem Drum und Dran. Herr Stalder überliess uns unseren
weiteren Vorbereitungen und ging wieder in die Schule zurück. Zu diesem
Zeitpunkt waren nämlich die Diplomprüfungen im Gange und er hätte eigentlich
gar keine Zeit für uns gehabt. Wie auch immer es hat geklappt. |
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Am späteren Abend haben sich etwa
die Hälfte beider Klassen auf dem Löhrenacker getroffen um ein Fussballmatch
auszutragen. Wir hatten den Nachmittag ziemlich gerettet und auch unsere
Gäste waren zu einem grossen Teil zufrieden, was uns sehr beruhigte. |
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An diesem Abend haben wir nichts
geplant was auch nicht schlecht war. Viele von uns waren schlicht zu müde um
noch gross in den Ausgang zu gehen. Es blieben also ziemlich viel zu Hause um
dort einen gemütlichen Abend zu
verbringen. Andere die nicht müde wurden von den vielen Festen trafen sich in
Basel am Rhein. Wir konnten so unseren Freunden den Rhein auch einmal bei
Nacht zeigen was auch einen grossen Reiz hat und bei uns Baslern sehr beliebt
ist. |
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Heute wollten wir unseren
Freunden einen anderen Teil der Schweiz zeigen. Wir trafen uns ziemlich früh
am Bahnhof in Basel, nämlich um 10 vor 8 und kurz darauf fuhr der Zug nach
Thun. An die öffentlichen Verkehrsmittel haben sich die Bulgaren mittlerweile
gewöhnt und sie genossen die Zugfahrt durch die Schweiz. Knapp zwei Stunden
später erreichten wir unser Ziel wo wir kurz Zeit hatten uns umzusehen. Die
meisten setzten sich aber in der Nähe des Flusses in ein Café um etwas zu
trinken. Es blieb uns viel zuwenig Zeit um die Stadt zu zeigen und schon bald
ging es weiter zum Thunersee. Von dort ging es weiter mit dem Schiff. Diese
Fahrt mit dem Schiff beeindruckte unsere Freunde, da sie in Bulgaren keine
Seen haben wie wir. Es war für sie ein schönes Erlebnis und für ihren
Geschmack sind wir viel zu schnell in Spiez angekommen. Von dort aus
erreichten wir mit einem kurzen Spaziergang unseren Picknick-Platz. Die hohen
Absätze der Schuhe unserer Bulgarinnen erwiesen sich dabei zu einem Problem,
es wurde aber von ihnen gut und ohne grosses Murren gemeistert. Am Ort
angelangt stürzten sich die Frauen auf die Bänke. uns kam sofort die Grün80
in den Sinn. Wir hatten nicht daran gedacht, dass sie nicht gerne am Boden
sitzen. Für sie war das einfach unverständlich wie wir immer am Boden sitzen
konnten. In ihrer Kultur heisst es, dass das nur Tiere tun. Trotzdem wurde
das Picknick gemütlich bis eine Wasserschlacht entstand. Einige der Schweizer
begannen zu blödeln und das ging soweit bis es Leute gab die mit ihren
Kleidern in den See wateten. Unsere Gäste haben nur noch den Kopf
geschüttelt. Sie konnten nicht verstehen wie wir einerseits sehr erwachsen
sein konnten und das ganze Programm selber auf die Beine stellen und
andererseits uns benehmen konnten wie im Kindergarten. Trotzdem war es eine
amüsante Zeit. |
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Bald sind wir aufgebrochen um
weiter zu gehen in Richtung Bern. Dort angekommen wollten die Bulgaren vor
allem das Bundeshaus sehen und einkaufen gehen. Das mit dem Bundeshaus war
noch sehr einfach wir mussten nur davor stehen, die Fotos waren ziemlich schnell
gemacht. Das Einkaufen war dann schon ein grösseres Problem. Wieder wollte
jede und jede etwas anderes. Schliesslich organisierten wir sozusagen ein
Shoppingteam. Jemand ging auf Souvenirsuche andere inKleiderläden und noch
andere gingen den Attraktionen nach, die es in Bern zu sehen gab. Die
Bulgaren schlossen sich dann je nach Interesse jemandem an.
Erstaunlicherweise haben wir niemanden verloren. Wir waren direkt ein wenig
stolz auf uns. Die Zeit war leider zu knapp bemessen und schon bald mussten wir
wieder auf den Zug. In Basel angekommen verstreuten wir uns in alle Richtungen und verabredeten uns für den Abend. |
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Am Partyort angekommen ging es
schon bald hoch her. Es wurde grilliert, geschwatzt und gegessen. Bald war
klar dass wir tanzen wollte. Spontan verwandelten wir den Raum in eine Disco
indem wir die Tische und Stühle wegräumten. Die Stimmung war sehr ausgelassen
und es wurde auch an diesem Abend sehr spät. Aufgeräumt war relativ schnell
und wir sind unseren Müttern sehr dankbar, für die tolle Organisation, sie
haben alles super vorbereitet.
Nachdem wir fertig waren mit putzen wurden die Taxis gerufen und schon
bald waren alle auf dem Heimweg. Auch dieser letzte Abend war für uns und
unsere Freunde ein voller Erfolg gewesen. |
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Heute war unser letzter Tag
mit unseren Gästen. gegen Mittag wollten sie aufbrechen. Herr Weber hat uns
angeboten bei ihm zu Hause ein Brunch zu machen. Dazu trafen wir uns alle um 10
Uhr auf dem Parkplatz am Gym. Dort wurde alles Gepäck verstaut und
dummerweise auch der Rucksack von Bernhard, welchen wir bis heute nicht
wieder gesehen haben. Emilia unsere Bulgarischlehrerin ist ebenfalls
gekommen, da wir sie zum Brunch eingeladen haben. Mit dem Bus ging es dann
aufs Bruderholz wo Herr Weber wohnt. |
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Bei ihm zu Hause angekommen,
stürzten wir uns auf das grosse Frühstücksbuffet. Es wurde gegessen und wie immer gingen die Diskussionen heiss
her. Die Stimmung war sehr angespannt, weil alle wussten dass wir uns in
wenigen Stunden trennen mussten. Wir sprachen nochmals über die ganze Woche
und wir kommen zum Schluss, das es für allen ein einzigartiges Erlebnis war. |
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Leider drängte die Zeit und
schon bald wollten die Busfahrer losfahren. Es wurden letzte Fotos geschossen
nochmals Videosequenzen gedreht und vor allem viele Adressen ausgetauscht.
Danach ging es schon wieder los in Richtung Gym. Dort sind wir allen nochmals
ausgestiegen und die Umarmungen nahmen fast kein Ende. Als die Türen sich
schliesslich definitiv schlossen, blieben wir mit sehr gemischten Gefühlen
zurück. Vor allem diejenigen, die mit ihrem Gast nicht sehr gut ausgekommen
sind, waren froh endlich wieder allein zu sein. Aber auch die welche ihren
Gast sehr gern hatten waren irgendwie erleichtert nur noch für sich schauen zu müssen. Trotzdem, die Zeit mit
unseren Freunden war so toll, dass es fast schade war, dass sie schon gehen
mussten. Eine Woche ist halt schon nicht eine lange Zeit um sich gut
kennenzulernen. Auf jeden Fall freuten sich aber die meisten im Herbst selber
die lange Reise unternehmen zu könne und nach Bulgarien zu fahren. |
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